Bei der Gründung des Computerclub come_IN war eine wichtige Zielsetzung, Migrantenkinder und deren Eltern in der Bonner Altstadt durch gemeinsame Projekte mit und am Computer sozial und kulturell besser zu integrieren und ihnen damit bessere Bildungs- und Berufschancen zu geben.
Wir können mit den Migrantenkindern Chancengleichheit im Unterricht nur dann erreichen, wenn wir deren Eltern als Partner mit einbeziehen. Deshalb laden wir ausländische und deutsche Eltern nachmittags zu einem stadtteilorientierten Computertreffpunkt in die Marienschule ein. Dort können Mütter und Kinder, Väter und Kinder gemeinsam am Computer lernen, eigene Projekte organisieren und darin kreativ gestalten. Wir erhoffen uns regen Zuspruch aus unserer Elternschaft, aus dem Quartier, denn auch viele ausländische Eltern sehen die Beherrschung des Mediums Computer heute als Schlüssel zum sozialen Erfolg.
Die Marienschule kann auf eine 120 Jahre alte Tradition zurückblicken. Die Schule bemüht sich um bestmögliche Förderung ihrer SchülerInnen nach reformpädagogischen, besonders Montessori-orientierten Zielen und Werten. Seit 10 Jahren werden die Schüler in jahrgangsgemischten Klassen unterrichtet. Die Lehrerinnen bevorzugen einen offenen, handlungsorientierten Unterricht mit Freiarbeit, Werkstätten, Stationen und vielen Projekten. Die Arbeit am Computer ist in die Freiarbeit bereits fest integriert.
Mit der Einrichtung des interkulturellen Computerclub betritt die Marienschule auch aus wissenschaftlicher Sicht Neuland. Deshalb arbeitet sie mit Prof. Volker Wulf und seinem Team von der Universität Siegen zusammen. Ziel ist es dabei sowohl geeignete Arbeitsformen als auch passende Computerbaukästen zur Unterstützung interkultureller Projektarbeit zu entwickeln. “Die bei come_IN gesammelten Erfahrungen haben große Bedeutung auch jenseits der Bonner Altstadt. Sie können den Weg weisen zu einer besseren sozialen Integration von Migrantenfamilien” wünscht sich Prof. Wulf.
