
!! Psychomotorik – was ist das eigentlich?
Kernpunkt der Psychomotorik ist eine ganzheitliche Entwicklungsförderung von Kindern durch Bewegung, Wahrnehmung und Spiel. Eine enge Wechselbeziehung besteht zwischen Pädagogik und Therapie durch den präventiven und rehabilitativen Charakter der psychomotorischen Inhalte. Dabei macht sich die Psychomotorik die enge Wechselbeziehung zwischen Motorik und anderen Persönlichkeitsbereichen zu Nutze um Kinder angemessen in ihrer Entwicklung zu fördern. Ansatzpunkt sind nicht die Schwächen, Defiziten und Auffälligkeiten des Kindes. Vielmehr baut die Psychomotorik auf dessen Stärken, Bedürfnissen und Wünschen auf.
!! Psychomotorik und Schule – ein bewegtes Konzept
In der Zielsetzung gibt es grundlegende Überschneidungspunkte mit den Richtlinien und Zielen für die Grundschule, denn auch hier steht die Förderung der Persönlichkeitsentwicklung des Kindes unter Berücksichtigung seiner individuellen Voraussetzungen, die Entwicklung sozialer Handlungsfähigkeit und der Erwerb von Sachkompetenz im Mittelpunkt. Unter diesen Aspekten bietet die Psychomotorik viele Ansatzpunkte, sich und seinen Körper wahrzunehmen, kennenzulernen und mit ihm umzugehen, die Umwelt wahrzunehmen und sich an Umweltgegebenheiten anzupassen, mit ihr umgehen und sie verändern zu können. Auf sozialer Ebene lernen die Kinder, andere wahrzunehmen, sich einzuordnen, gemeinsame Regeln zu finden und zu akzeptieren, bzw. konstruktiv und kooperativ zu verändern.
Mit dem psychomotorischen Konzept wird für die Schule eine Fülle von Praxiserfahrungen nutzbar, die die Psychomotorik in den letzten 20 Jahren als Antwort auf die Veränderung kindlicher Lebens- und Entwicklungsbedingungen formuliert und in der Auseinandersetzung mit den so bedingten Auffälligkeiten von Kindern gemacht hat.
Die Marienschule versucht, diese Erfahrungen in Kooperation mit dem Förderverein Psychomotorik Bonn auf drei Ebenen in die Schulgestaltung einzubinden:
! 1. Teilnahme des Kollegiums an psychomotorischen Fortbildungsveranstaltungen
Neben der Teilnahme einzelner Kolleginnen an themenbezogenen Fortbildungen der Rheinischen Akademie wird im Frühjahr 2002 eine ganztägige Pädagogische Konferenz zum Thema ‘‘Psychomotorik und Schule’‘ stattfinden.
! 2. Psychomotorische Unterrichtsinhalte
Vor allem im Sportunterricht werden bereits seit vielen Jahren psychomotorische Spiel- und Arbeitsformen einbezogen. Auch im Klassenunterricht haben sich psychomotorische Elemente wie ‘‘Bewegtes Lernen’‘, ‘‘Lernen mit allen Sinnen’‘ oder spezielle Öbungen zur Wahrnehmungsförderung bereits bewährt und nehmen so eine wichtige Rolle in unserer pädagogischen Arbeit ein.

Freiarbeit in Bewegung
! 3. Psychomotorische Fördergruppen in der Marienschule
Einzelne Kinder, bei denen ein besonderer Förderbedarf besteht, können an den Fördergruppen teilnehmen, die mittwochs nachmittags in der Marienschule stattfinden und von MitarbeiterInnen des Fördervereins Psychomotorik durchgeführt werden.
!! Literatur
- Montessori, Maria: ‘‘Kinder sind anders.’‘
- Montessori, Maria: ‘‘Das kreative Kind.’‘
- Montessori, Maria: ‘‘Die Entdeckung des Kindes’‘
- Schulz-Bennig, Günter: ‘‘Grundgedanken der Montessori-Pädagogik’‘
